Wasser, Dampf und andere Antriebe
Wasserräder nutzten die Energie fliessenden Wassers, um Wellen in Bewegung zu setzen. In geeigneten Lagen konnte diese Kraft direkt oder über mechanische Übertragungen Maschinen antreiben. Die Leistung hing jedoch unter anderem von Wasserführung und Gefälle ab.
Dampfmaschinen eröffneten zusätzliche Möglichkeiten. Sie konnten dort eingesetzt werden, wo ausreichend Brennstoff und Wasser zur Verfügung standen. Wasserkraft und Dampfkraft bestanden vielerorts nebeneinander; die Einführung der Dampfmaschine bedeutete nicht automatisch das Ende des Wasserrads.
Die Transmission als Rückgrat der Werkstatt
Eine zentrale Antriebsmaschine bewegte eine Hauptwelle. Über weitere Wellen, Riemenscheiben und Riemen gelangte die Drehbewegung zu den Arbeitsmaschinen. Je nach Aufbau konnten unterschiedliche Maschinen zugeschaltet oder über passende Scheibendurchmesser mit verschiedenen Drehzahlen betrieben werden.
Dieses System verband die Maschinen räumlich und technisch miteinander. Es verlangte sorgfältige Wartung, richtige Riemenspannung und Aufmerksamkeit für bewegliche Teile. Offene Riemen und Wellen stellten zugleich erhebliche Unfallgefahren dar.
Warum gerade Leder?
Für die Kraftübertragung benötigte man ein biegsames, ausreichend zugfestes und dauerhaft belastbares Material. Geeignet zugerichtetes Rindleder erfüllte diese Anforderungen bei vielen Anwendungen. Entscheidend waren unter anderem die Auswahl der Hautpartien, die gleichmässige Verarbeitung und die Qualität der Riemenverbindung.
Ein Treibriemen war ein Verschleissteil: Beanspruchung, Feuchtigkeit, falsche Spannung oder ungünstige Führung konnten seine Lebensdauer verkürzen. Historische Fachliteratur beschäftigte sich deshalb nicht nur mit seiner Herstellung, sondern ebenso mit Pflege, Verbindung und Betrieb.
Mehr dazu auf unseren Seiten Das Leder und Herstellung.
Textil, Gummi und der elektrische Einzelantrieb
Leder war nicht das einzige Material für Treibriemen. Je nach Zeit, Einsatz und technischen Anforderungen kamen auch textile und gummierte Riemen in Betracht. Diese Materialien unterschieden sich unter anderem in Verhalten bei Feuchtigkeit, Belastbarkeit und Wartung.
Mit der zunehmenden Verbreitung elektrischer Motoren konnten Maschinen schrittweise unabhängig von einer gemeinsamen Transmissionsanlage angetrieben werden. Das geschah nicht überall gleichzeitig. In zahlreichen Betrieben blieben Riemenantriebe weiterhin im Einsatz, auch wenn die Kraftquelle bereits ein Elektromotor war.
Einordnung und Unterschiede erläutert der Materialvergleich.

Gebrüder Krafft in Fahrnau
Die Leder- und Schuhwarenfabrik Gebrüder Krafft ist ein Beispiel dafür, wie eng Lederverarbeitung und Industrialisierung miteinander verbunden waren. Zur Unternehmensgeschichte gehören eine Rotgerberei sowie die spätere Herstellung von Ledertreibriemen.
Für Krafft ist die Nutzung von Wasserkraft vor dem späteren Einsatz von Dampfkraft überliefert. Die genaue technische Ausstattung, die jeweiligen Umstellungsdaten und der Verlauf der Transmissionen lassen sich aus dieser allgemeinen Darstellung jedoch nicht ableiten.
Auch ob das Unternehmen das für seine Treibriemen benötigte Leder vollständig selbst gerbte, ist derzeit offen. Solche Fragen werden auf der Seite Gebrüder Krafft ausdrücklich von gesicherten Angaben getrennt.
Quellen und technische Einzelheiten
Lueger (1904): Lederriemen · Dinglers Polytechnisches Journal: Fabrikbesuch bei Gebrüder Klinge (1913) · Unser Quellenverzeichnis